Eltern beobachten, dass ihre Sprösslinge viel Zeit damit verbringen, und sorgen sich, ihnen entglitte das „reale Leben“. Eine Befürchtung, die freilich noch jedem neuen Medium entgegenschlug. Sokrates hielt es für möglich, dass die Schrift den lebendigen Austausch von Ideen beiseiteschöbe. Als in englischen Kaffeehäusern des 17. Jahrhunderts Stille einkehrte, weil nur mehr Zeitungsrascheln statt Geschnatters zu hören war, ging die Sorge um das „Wirkliche“ ein weiteres Mal um. Ebenso, als das Telefon aufkam. Doch das Gewisper der Geisterstimmen aus dem Fernsprecher ist eine Realität erster Ordnung, und niemand mehr bezeichnet es als „virtuell“. Was im Internet geschieht, ist nicht weniger wirklich.

Vollständiger Artikel „Leben im Netz“ bei Zeit-Online