Systemtheorie trifft Computer-Modellierung

Heute traf die neue Ausgabe der Soziale Systeme per Post bei mir ein. Interessant sind dabei mehrere Dinge: Erstens handelt es sich um die Ausgabe 2006, Heft 1 und erschien somit mit leichter Verspätung. Angesichts des Niveaus der Beiträge bin ich aber gerne zu warten bereit.

Zweitens sind, so mein Eindruck, deutlich mehr Nachwuchswissenschaftler als sonst unter den Autoren. Das finde ich persönlich auch ganz gut. Und drittens fällt auf, dass erstaunlich viel Informatik und (Computer-)Modellierung Einzug findet in die soziologische systemtheoretische Forschung.

Zum einen gibt es einen Artikel von Blaschke und Schoeneborn, der – aufbauend auf der computerbasierten Simulation von James G. March – das organisationelle Lernen um die Komponente der Funktion des Vergessens für soziale Systeme (und damit auch: Organisationen) ergänzt und zu modellieren versucht.

Modell Gesellschaft

Links sieht man dann wiederum den Versuch von Daiker (2007: 184), soziale Systeme mit systemtheoretischen Maßnahmen zu simulieren. Ich hab den Artikel noch nicht gelesen, aber die Grafik zeigt, denke ich, schon deutlich, dass dabei sehr komplizierte Ergebnisse herauszukommen scheinen Auch die Formeln sehen interessant aus:

SK_W_P = IF (Wirtschaft/GNenner < h1)) THEN (-h2) ELSE (h3)

Wer jetzt Interesse hat, der sollte sich die Ausgabe 2006, Heft 1 (Jg. 12) der Zeitschrift Soziale Systeme schnellstens besorgen.

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3 Kommentare zu „Systemtheorie trifft Computer-Modellierung

  1. Im Juli 2007 das Heft 2006/01 zu veröffentlichen ist natürlich doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. So dürften einige Beiträge also durchaus auf Schreibarbeiten des Jahres 2005 zurückreichen; sicher nicht tragisch, aber schade, daß möglicherweise interessante Aufsätze erst so spät publik werden.
    Das Schaubild/Modell von Daiker überfordert mich; gut, man müßte sich wohl eingehend damit beschäftigen, aber wenn ich mir die Formel ansehe („SK_W_P=IF….“) dann merke ich, daß das dann doch nicht meine Art der Soziologie ist.

    Dafür lesen sich die Abstracts der Beiträge von Klaus P. Japp und Rudolf Stichweh interessant. Danke also für den Hinweis auf das Erscheinen.

  2. Ich denke nicht, dass die Beiträge so alt sind, sondern vielmehr, dass es länger gedauert hat, ausreichend Autoren für das Heft zu finden. Daher gehe ich davon aus, dass die Forschungsergebnisse noch recht aktuell sind.

  3. Noch ein Nachtrag: Das Schaubild erschließt sich auch nicht wirklich intuitiv. 😉 Eigentlich ist diese Modellierung auch nicht meine Art von Soziologie, aber ich interessiere mich für die Ergebnisse und vor allem, welchen Ertrag Modellierungsversuche haben. Allerdings stehe ich der Computermodellierung auch skeptisch gegenüber. Interessant wäre, diebzeüglich vielleicht eine Diskussion in der Luhmann-Mailingliste anzustoßen oder ähnlichen Foren, wo viel Resonanz zu erwarten ist.

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