Die Diskussion um die Begriffsbestimmung Nutzer respektive Nutzerorientierung ist vorangekommen. Ich möchte kurz die aktuellen Überlegungen skizzieren.

Nutzer und Symbiotik

In meinem letzten Beitrag zu diesem Thema habe ich (letzter Absatz) angemerkt, dass es laufend Krisen geben müsste, fasst man den Nutzerbegriff als symbiotischen Mechanismus auf, der Körperkrisen in der Kommunikation andeutet. Dieser Gedanke wurde in der Diskussion zu diesem Thema genauer ausgeführt.

Den Körper des Patienten könnte man als Symbol für dessen Einheit sehen, also Körper als Einheit des Patienten. Da aber der Körper eines Patienten natürlich in der medizinischen Behandlung ständig Thema der Kommunikation ist, die Kommunikation sich laufend auf diese Körper bezieht, wäre der Patient (oder Nutzer) tatsächlich eine „Dauerkrise“ in der Kommunikation. Die Symbiotik wäre also kein Indikator für einen unter Umständen eintretenden Krisenfall, da der „Krisenfall“ in diesem Fall Normalfall wäre.

Ergänzt man diese Überlegungen jedoch dahingehend, dass der Körperbezug in der medizinischen und pflegerischen Behandlung nur auf so genannte funktionelle oder technische Aspekte stattfindet (sich also nur auf die technischen Aspekte der Pflege bezieht), fällt folgendes auf: Die Reduktion auf den Körper vernachlässigt andere Aspekte des Patienten, die man unter dem Stichwort der Ganzheitlichkeit zusammenfassen würde. Der Krisenfall würde also dann wieder als Krisenfall erscheinen, wenn die Pflege auf Technik reduziert und die „Ganzheitlichkeit“ (also Einheit) des Patienten dadurch vernachlässigt würde. Der Nutzer mitsamt seiner Nutzerorientierung träte dann in Erscheinung als symbiotisches Symbol für einen Krisenfall der Kommunikation: Ich will mehr!

Nutzerorientierung als Form

Eine andere Überlegung setzt am Formbegriff an. Über „Nutzerorientierung“ würden dann virtuelle, temporäre Mitgliedschaften von Personen (in diesem Fall: Patienten) einer Organisation (bspw. Krankenhaus) als besondere Mitgliedschaften ausgezeichnet, die sich durch ein „Ich will mehr“, also eine so genannte „ganzheitliche“ Sichtweise kennzeichnen. Im Unterschied zu einer „normalen“ Mitgliedschaft wäre also der Aspekt des ich will mehr bezeichnend, das heißt, der Person „Nutzer“ würden noch zusätzliche Merkmale attribuiert, die ein normales Mitglied nicht erhält.

Die Nutzerorientierung macht, wenn als Form begriffen, dann den Unterschied, dass sie sich von der Reduktion auf Technik, Reduktion nur auf den Körper, unterscheidet.