Mitgliedschaft in der Netzwerkorganisation

Im Beitrag Schnittstellenmanagement als System habe ich ein paar Gedanken skizziert, ob und wie man die Kommunikation (oder Kooperation, Koordination) zwischen verschiedenen Organisationen als soziales System auffassen kann. Es konnte gezeigt werden, dass sich mit dieser Vorgehensweise die Formbestimmung der Nutzerorientierung einerseits, aber auch der Bezug von Nutzerorientierung und Schnittstellenmanagement andererseits vermutlich gut realisieren und durchführen lässt. Theoretisch blieb dann noch die Frage offen, ob das Verhältnis von Organisation und Gesellschaft, das die Kontexturen und Strukturen der Kommunikation zwischen den Vertretern der Organisation (also: des „Schnittstellensystems“) beschreibt, über strukturelle Kopplung oder eher über andere Theoriestücke geschlossen wird, beispielsweise der Netzwerk- und Formtheorie.

(Wieder einmal) passend dazu las ich im hier bereits vorgestellen Artikel von Dirk Baecker (der auch in den Studien zur nächsten Gesellschaft zu finden ist) etwas über die Formbestimmung der Organisation in der nächsten Gesellschaft (die möglicherweise als Netzwerkgesellschaft beschrieben werden könnte). Diese Organisation nimmt die Form eines Netzwerkes an, in der es darum geht, die…

Produkte und Verfahren so zu sortieren, dass eine Motivation zur Beteiligung an der Organisation (aus Sicht der Mitarbeiter, des Managements, der Kunden, der Shareholder und der Stakeholder) geweckt und reproduziert werden kann, die im Wesentlichen durch die Aussicht darauf, das Mitglied eines Netzwerks werden und bleiben zu können, sichergestellt wird

Worauf ich hinaus möchte, ist der Mitgliedschaftsbegriff in dieser Fassung. Wie ich bereits im Beitrag Schnittstellenmanagement als System schrieb, ist ein „lockerer“ Mitgliedschaftsbegriff einfacher mit der Formbestimmung von Nutzerorientierung in Einklang zu bringen. Der Begriff der Mitgliedschaft ist in dieser Baeckerschen Fassung sehr locker. Denn obwohl auf Luhmann rekurrierend und die konstitutive Rolle der Mitgliedschaft betonend, wird der Begriff der Mitgliedschaft im Netzwerk dahingehend erweitert, dass er die Organisationsgrenzen überschreiten kann – und schließt Nutzer (oder Patienten) damit ein.

So könnte man dann tatsächlich von einem nutzerorientierten Schnittstellenmanagement sprechen, wie es im (vorläufigen?) Titel meiner Dissertation steht.

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