Arbeiten mit (elektronischen) Zettelkästen

Das Arbeitsprinzip Luhmanns
Der elektronische Zettelkasten erhebt den Anspruch, die Arbeitsweise von Niklas Luhmann nachzuempfinden und somit eine Umsetzung des (hölzernen) Zettelkastenprinzips zu sein. Im Folgenden soll Luhmanns Arbeitsweise kurz vorgestellt werden. An verschiedenen Stellen wird erklärt, wie dieses Prinzip im (elektronischen) Zettelkasten umgesetzt wurde.

Als Einstiegslektüre empfiehlt sich Künstliche Intelligenz aus Holz. Weitere Links folgen unten.

Keine Kategorien
Luhmann hat sich bewusst gegen eine thematische Ordnung von Zetteln entschieden, da dies die interne Struktur des Zettelkastens zu sehr festlegt und wenig flexibel ist. Daher konnte bei Luhmann jeder Zettel an beliebiger Stelle einsortiert werden. Zettel werden dann über ein Schlagwortregister oder interne Verweise wieder auffindbar. Dafür ist es – zumindest für die Papierform – wichtig, dass jeder Zettel eine feststehende, sich niemals ändernde Zettelnummer erhält. Für einen physischen Zettelkasten mit Papier ist dies essentiell wichtig. Für die elektronische Variante kann dieser Aspekt vernachlässigt werden, da Querverweise durch das Zettelkastenprogramm automatisch aktualisiert und angepasst werden (Luhmann hätte jedesmal alle Zettel durchforsten und die Zettelnummern händisch korrigieren müssen).

Welchen Vorteil bietet nun der Verzicht auf Kategorien? Laut Luhmann [Quelle] sind folgende Punkte zentral für seine Arbeitsweise mit dem Zettelkasten:

Beliebige innere Verzweigungsfähigkeit

„Beliebige innere Verzweigungsfähigkeit. Man braucht zusätzliche Notizen nicht hintenanzufügen, sondern kann sie überall anschließen, auch an einzelne Worte mitten im laufenden Text. Ein Zettel mit der Nummer 57/12 kann dann im laufenden Text über 57/13 usw. weitergeführt werden, kann aber zugleich von einem bestimmten Wort oder Gedanken aus mit 57/12a ergänzt werden, fortlaufend über 57/12b usw.; wobei intern dann wieder 57/12al usw. angeschlossen werden kann. (…) Der Nachteil ist: daß der ursprünglich laufende Text oft durch Hunderte von Zwischenzetteln unterbrochen ist; aber wenn man die Numerierung systematisch handhabt, läßt sich der ursprüngliche Textzusammenhang leicht wiederfinden.“

Diese Funktion kann im elektronischen Zettelkasten über die Registerkarte Folgezettel abgebildet werden. Im Prinzip war Luhmanns Zettelkasten ein großes Arrangement an Folgezetteln (dank Technik ist man in diesem Fall nicht mehr auf die festen Stellplatznummern angewiesen, siehe auch hier, Aufzählungspunkt Identification) und Querverweisen (siehe unten). Ebenso lassen sich einzelne Wörter aus einem Zetteltext „verlinken“ und können auf andere Zettel verweisen.

Verweisungsmöglichkeiten

„Verweisungsmöglichkeiten. Da alle Zettel feste Nummern haben, kann man auf Zetteln Verweisungen in beliebiger Zahl anbringen. Zentralbegriffe können mit einem Haufen von Verweisungen belegt sein, die angeben, in welchen anderen Zusammenhängen etwas zu ihnen Gehöriges festgehalten ist. Durch Verweisungen kann, ohne allzuviel Arbeits- und Papieraufwand, das Problem des „multiple storage“ gelöst werden. Bei dieser Technik ist es weniger wichtig, wo eine neue Notiz eingeordnet wird. Wenn sich mehrere Möglichkeiten bieten, kann man das Problem nach Belieben lösen und den Zusammenhang durch Verweisungen festhalten.“

Dies wird durch die Registerkarte Verweise abgebildet. Manuelle Querverweise, ergänzt bei Bedarf durch die automatisch erstellten Verweise, bauen so das „Zettelnetzwerk“ auf. Ergänzend kann die Registerkarte Schlagwortcluster/-relationen hinzugezogen werden, um bspw. Relationen zwischen Schlagwörtern herzustellen und die entsprechenden Zettel zu finden. Diese können dann wiederum als „Startpunkt“ für die interne Verzweigung und Suche genutzt werden.

Register

„Register. Mangels einer systematischen Stellordnung muß man den Prozeß des Wiederfindens von Eintragungen regeln, denn man kann sich hier nicht auf sein Nummern-Gedächtnis“

Dies wird ganz allgemein durch die Registerkarten abgebildet.

Fazit Arbeitsweise

„Als Ergebnis längerer Arbeit mit dieser Technik entsteht eine Art Zweitgedächtnis, ein Alter ego, mit dem man laufend kommunizieren kann. … Die Gesamtheit der Notizen läßt sich nur als Unordnung beschreiben, immerhin aber als Unordnung mit nichtbeliebiger interner Struktur. … Es ist mit dieser Technik gewährleistet, daß die Ordnung, sie ist ja nur formal, nicht zur Fessel wird, sondern sich der Gedankenentwicklung anpaßt. … Jede Notiz ist nur ein Element, das seine Qualität erst aus dem Netz der Verweisungen und Rückverweisungen im System erhält. … Der Zettelkasten gibt aus gegebenen Anlässen kombinatorische Möglichkeiten her, die so nie geplant, nie vorgedacht, nie konzipiert worden waren.“

Fazit Zettelkasten-Programm(e)
Es gibt viele Ansätze, das Zettelkasten-Prinzip elektronisch umzusetzen, bspw. in Form von Blogs oder Wikis, Wiki-ähnliche Programme etc. Bei einigen Programmen wird kritisiert, dass die ausschließliche Verlinkung über Tags und Schlagwörter eben nicht das Luhmann-Prinzip abbilden. Diese Kritik wurde auch am Zettelkasten geübt, allerdings liegen 6 Jahre Entwicklung zwischen diesem Posting und heute – die Kritik dürfte wohl nicht mehr greifen.

Dennoch halte ich die automatische Verknüpfung von Zetteln via identischer Schlagwörter als durchaus sinnvolle Ergänzung zu manuellen Querverweisen und Folgezetteln. Die Frage ist, ob Luhmann nicht zuletzt aus pragmatischen Gründen auf diese Möglichkeit verzichten musste, nicht, weil er sie nicht nutzen wollte.

Auch wenn es viele Alternativen zum Zettelkasten gibt, wovon einige vielleicht zudem „technisch ausgereifter“ sein mögen als mein Programm (in Bezug auf programmiertechnische Professionalität), so gibt es dennoch genug Gründe, die Entwicklung des Zettelkastens fortzuführen. Diese liegen vor allem in vielen kleinen Details (Schlagwortvorschläge, Filtern von Listen/Registerkarten/Suchergebnissen, reguläre Ausdrücke an diversen Stellen, Synonymfunktion…) als auch „größeren“ Features (wie bspw. die Schreibtischfunktion) – nicht zu vergessen die geplanten Funktionen, an denen ich grade arbeite…

Wenn man sich die Technik zu nutze macht, dann sollte nicht nur die „formale“ Umsetzung des Zettelkastenprinzips erfolgen, sondern auch Bedienkomfort und nützliche oder wichtige Extras implementiert werden, um die Arbeit mit dem Programm zu erleichtern und effizienter zu gestalten.

Frage an die Leser, aus eigenem Interesse und aus mangelndem Überblick über die verfügbare Software: Welche Programme leisten das in welcher Form?

Weiterführende Links

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35 Kommentare zu „Arbeiten mit (elektronischen) Zettelkästen

  1. Ich persönlich bin noch am tüfteln und testen, ob ich auf dein Programm umsteigen soll. Momentan habe ich einfach Text-Files, die ich per batch erstelle. Der Titel/Zettelnummer ist JahrMonatTagStundeMinute, also etwa 201308311845. Schlagwörter sind markiert und auf andere Zettel Querverweise mache ich, in dem ich auf die entsprechenden Zettel die Nummer der Zettel schreibe. Literaturangabe wird durch einfügen der Bibtex-Info zustandegebracht. Auch kann ich diese Zettel momentan noch mit Resophnotes durchforsten, doch habe ich gehört, das bei einer höheren Zettelanzahl als die meine, etwa bei 1000 das Programm/der PC unter Umständen aufgibt. Zumal ich das Problem mit Formeln/Symbolen/Diagramme noch nicht effektiv gelöst habe (momentan Querverweise auf Bilddateien). Alles in allem bin ich aber zufrieden, nur fand ich dein Programm jetzt interessant.

    1. Das hört sich so an, als ob du das Luhmannsche Prinzip ziemlich genau übernommen hast, also 1:1 von Papier auf Elektronik übertragen. In deinem Fall stellt sich weniger die Frage nach einer Alternative, die Luhmanns Prinzip besser umsetzt, sondern schlicht mehr Komfort bietet. Wikis oder Wiki-ähnliche Programme wären da eine Möglichkeit, der Zettelkasten natürlich eine weitere…

    2. Ich verfahre selbst ganz ähnlich und komme mit Zetteln heraus, die z.B. 201308301352 Kreativität als Konnektivität heißen. Plain Text ist die einzige Aufbewahrungsmethode, auf die ich wirklich vertrauen kann.

      Für Mac empfehle ich das Programm nvALT, das ich selbst benutze und an dem ich auch mal geschraubt habe. Für Windows gibt es ResophNotes, das da ja auch nutzt. Damit Du nicht unter der zunehmend langsamen Filterung leidest, würde ich dir anraten, auf NVim umzusteigen.

      Vim[1] ist ein Texteditor, der ursprünglich in der Kommandozeile lief. Es gibt für Windows aber bei der Installation[2] gleich schon eine GUI inklusive. Das Programm ist ursprünglich auf hohe Effizenz mit der Tastatur ausgelegt und voller Keyboard Shortcuts. NVim ist ein Plugin, das dann wesentlich schneller als ResophNotes mit vielen Zetteln arbeiten kann. Die Tastaturkürzel, wenn man sie einmal anfängt zu erlernen, sollten dann auch den Workflow verbessern.

      [1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Vim
      [2]: http://vim.sourceforge.net/download.php#pc
      [3]: http://cwoac.github.io/nvim/about.html

  2. Ich stöbere gleich noch ein bisschen auf deinem Blog. Bin hier über den Backlink gelandet und freue mich über die Zusammenschau 🙂

    Womit hast Du denn schon gearbeitet? Daniel Lüdeckes Zkn³ ist mir selbst zu vorstrukturiert. Zkn³ zu nutzen ist mir zu sehr dem Vorgang ähnlich, einen BAFöG-Antrag oder ein Formular vom Finanzamt auszufüllen. Ich möchte schreiben, um schnell genug zu sein. Über Konventionen eröffne ich mir dann Schlagworte und Verweise: IDs wiederverwerten um Links zu erzeugen; die Raute # Begriffen voranstellen, um sie zum Schlagwort zu machen (#zettelkasten). Das ist leicht handhabbar.

    Ich würde mich über ein paar Beispiele und Testbeschreibungen freuen: was hast Du schon probiert und was funktioniert warum nicht gut?

    Übrigens, wenn Du den Punkt mit den IDs in meinem Post gezielter verlinkst, kannst Du auch die nächst nähere Überschrift als Anker anfügen:

    http://christiantietze.de/posts/2013/06/zettelkasten-improves-thinking-writing/#loosefilingandinterconnectednessarekey

    1. Womit hast Du denn schon gearbeitet?
      Da ich nicht nur Blogautor, sondern auch Programmautor (des Zettelkastens) bin, arbeite ich natürlich hauptsächlich damit. 😉

      Persönlich habe ich mir Synapsen mehrmals angeschaut, aber jedesmal nach wenigen Minuten gleich wieder deinstalliert. Da fehlt mir der intuitive Einstieg, ich kann nicht zwischen angelegten Zetteln Blättern oder diese finden.

      Scribble Papers und CueCards habe ich mir angeguckt, aber passten nicht so gut. Vor allem durch das Anlegen von Kategorien / Ordnern entsprach das nicht meiner Arbeitsweise.

      Evernote habe ich auch, nutze ich aber kaum. Ist sehr stark, gutes offenes Format, aber ich vermisse viele Kleinigkeiten an Bedienkomfort.

      Mir geht es z.B. darum, bei großen Datenmenge dennoch schnell Einträge erstellen zu können, und das auch bezogen auf die Verschlagwortung (Funktion Schlagwortvorschläge). Für mich ist es wichtig, zu wissen, welches Schlagwort ich bereits verwendet habe bzw. dies nicht erinnern zu müssen, wenn es Sinnverwandte Wörter gibt (Synonymfunktion). Ich möchte Suchergebnisse bei Bedarf nach weiteren Kriterien einschränken, ich möchte verschiedene Vernetzungsmöglichkeiten (siehe Text oben) haben, ich möchte nicht nur Gedanken verwalten, sondern ggf. auch gleich produktiv damit arbeiten (Schreibtisch) usw. usf. Es gibt zahlreiche Details, die den Zettelkasten ausmachen. Das ist vor allem dadurch gewachsen, dass das Programm nun über 10 Jahre entwickelt wird und die Anwender viele gute Ideen und Anregungen zur Weiterentwicklung liefern.

      Zkn³ zu nutzen ist mir zu sehr dem Vorgang ähnlich, einen BAFöG-Antrag oder ein Formular vom Finanzamt auszufüllen.
      Eigentlich kannst du schnell drauf losschreiben. Die Tipparbeit eines neuen Eintrags ist nicht viel (Zeit-)aufwändiger als plain text. Der eigentliche Aufwand bei der Pflege und dem Aufbau eines Zettelkastens ist a) die Verschlagwortung, b) die Verlinkung (Querverweise) und c) die Einordnung in thematische Bereiche (Folgezettelfunktion).

      Meist gehe ich so vor: Bevor ich etwas lese, importiere ich die Quelle in Zotero und anschließend in den Zettelkasten. Dann lese ich etwas, schreibe dann (nach einem Absatz oder ein paar Seiten) zusammenfassend aus meiner Erinnerung die zentralen Punkte / Aussagen in einen neuen Zettel. Das Kernthema setze ich als Überschrift. Die Literatur ist schnell aus der Liste im Neueingabefenster eingefügt. Dann lasse ich mir Schlagwortvorschläge machen. Meist belasse ich es bei dem ersten Schritt der Schlagwortvorschläge und schließe die Neueingabe ab. Wenn ich bestimmte Schlagwörter weiß, die noch nicht im Zettel vermerkt sind, füge ich diese nun aus der Registerkarte Schlagwörter hinzu. Wenn ich jetzt viel Zeit habe, habe ich mir vorher überlegt. wo ich diesen Zettel in eine bestehende „Diskussion“ (Folgezettel) einfügen möchte, oder setze noch Querverweise auf wichtige andere Zettel.

      Plain Text ist die einzige Aufbewahrungsmethode, auf die ich wirklich vertrauen kann.
      Der Zettelkasten verwendet XML, was quasi plain text ist. Zudem kann in plain text, HTML, CSV etc. exportiert werden.

      1. Ich vermute mal, du hast dir das Programm auf deine Bedürfnisse hin angepasst. 🙂 Umso weniger klar ist mir, wonach genau du fragst. Ich probiere mal auf die Punkte einzeln einzugehen:

        Ich fand es immer ziemlich stark, wenn einem Schlagworte vorgeschlagen wurden. Bei Zkn³ kam ich nie soweit in meinen Tests, um mir ein Urteil über dessen Funktion zu erlauben. Daher habe ich nur das Interface erwähnt. Ich weiß aber auch, wo meine Vorlieben liegen. Für den Mac gibt es DEVONThink: die Verschlagwortung und die sog. „semantische“ Nähebestimmung zu anderen Texten hat mich immer gereizt. Leider passte das nie in meinen Workflow, war zu starr.

        Schlagworte zu erinnern nervt mich nämlich am Meisten. Manchmal kommen mir Synonyme eher in den Sinn, und dann muss ich nachschauen, was ich in der Vergangenheit verwandt habe. Da gibt es bei text-only keine automatisierte Hilfestellung, die einen korrigieren würde. Begriffliche Präzision ist der einzige Ausweg: manchmal lege ich mir Begriffszettel an, um Konventionen in der Verwendung transparent zu machen.

        Die Notwendigkeit für Folgezettel habe ich am Computer nie eingesehen. Reichen nicht Querverweise/Links völlig aus? Backlinks zu kennen finde ich praktisch, damit man die Verknüpfung beim Stöbern in beide Richtung gehen kann.

        Der Schreibtisch kam mir nützlich vor, aber ich habe mit dem nie gearbeitet und einen Text erstellt, kann den darum auch nicht beurteilen. Einen Outliner mit Schreibfunktion wie Scrivener ihn bietet reizt mich: (1) auf Zettel verweisen und in einem Text anordnen, (2) Übergänge und Füllmaterial schreiben. Mit systemweit einzigartigen IDs kann ich das über die Volltextsuche des Betriebssystems erreichen, wenn auch nur mit dem Umstand, die ID immer suchen zu müssen. Das ließe sich Software-mäßig aber überbrücken.

        Die technische Funktionsweise von Zkn³ ist mir relativ klar, auch durch deine YouTube Videos. Ich würde mir Beispiele aus der Schreibpraxis wünschen: den Prozess für einen Text, den du wirklich geschrieben hast.

      2. Dieser kleine Absatz ist nützlich für ein ZK newbie! Kurze Frage zur Vorgehensweise bei einem neuen Eintrag, Daniel: Wenn du nur einen Eintrag in den ZK importierst, tust du das mit einer neuen bitex Datei, die nur einen Eintrag hat, oder mit der Referenzdatei, indem du nur die neuen noch nciht vorhandenen Einträge importierst?

      3. @semirask Das bleibt sich im Prinzip gleich, da der Zettelkasten automatisch jede BibTex-Datei nach neuen Einträgen scannt und diese automatisch in die interne BibTex-Datenbank importiert (siehe http://zettelkasten.danielluedecke.de/wiki/doku.php?id=workshops:literaturverwaltung:bibtex-schnittstelle). Du kannst also eine bestehende BibTex-Datei ständig ergänzen, der Zettelkasten importiert die neuen Einträge automatisch. Oder du erstellst eine neue BibTex-Datei. Wobei ich selten Zettel aus BibTex-Daten erstelle, sondern meist nur die Literarurangaben importiere.

  3. „Umso weniger klar ist mir, wonach genau du fragst.“
    Mir geht es auch darum, andere Programme kennen zu lernen bzw. deren Vorteile oder Gimmicks geschildert zu bekommen, damit ich mir ggf. Anregungen holen kann. Denn ich habe nicht nur das Programm auf meine Bedürfnisse hin entwickelt, sondern durch das zahlreiche Feedback bin ich auch selbst auf neue Ideen gekommen, die sehr praktisch sind.

    Ich würde mir Beispiele aus der Schreibpraxis wünschen: den Prozess für einen Text, den du wirklich geschrieben hast.
    Zuletzt habe ich an englischen Texten gearbeitet und den Zettelkasten nur „oberflächlich“ benutzt. Davor habe ich aber die Grundgerüste einiger Kapitel meiner Doktorarbeit tatsächlich mit dem Schreibtisch erstellt und dann weiterbearbeitet. Aber wie stellt man diesen Prozess am besten dar? Je weniger die Exzerpte im Zettelkasten an der Originalformulierung dran sind und je mehr „frei“ oder selbst formuliert, desto einfacher ist es.

    Letztlich geht es um zentrale Aussagen oder Ideen, die den roten Faden der Argumentation oder des zu schreibenden Textes bilden. Diese „hefte“ ich auf dem Schreibtisch hintereinander. Wenn mir dabei Gedanken kommen, wie ich zwischen Themen / Zetteln überleite, dann bearbeite ich das direkt im Schreibtisch. Das ganze ist dann immer noch ein relativ rudimentärer Text, der aber als Gerüst dient, um mit Formulierungen aufgefüllt und abgerundet zu werden, sodass die Übergänge passen und der rote Faden stringent wird. Meist ist es so, dass ich dann, wenn ich den Schreibtisch z.B. in Word exportiert habe, parallel immer noch das eine oder andere mehr oder weniger gezielt im Zettelkasten suche, um die Argumentation zu vervollständigen. Man muss ja nicht dogmatisch sein und „gezieltes“ Suchen komplett ignorieren, das ist eher hinderlich meiner Erfahrung nach.

    1. Man muss ja nicht dogmatisch sein und “gezieltes” Suchen komplett ignorieren, das ist eher hinderlich meiner Erfahrung nach.

      Da stimme ich Dir vollauf zu. Volltextsuchen bieten je einen Mehrwert. Was hätte ich davon, einen für Papier geschlossenen Kompromiss am PC gelten zu lassen, wenn die Rahmenbedingungen sich doch so radikal geändert haben?

  4. „Die Notwendigkeit für Folgezettel habe ich am Computer nie eingesehen. Reichen nicht Querverweise/Links völlig aus?“
    Ja, könnten ggf. ausreichen. Die Idee ist ja, dass man möglichst kurze Zettel hat, auf denen wenig draufsteht. Lange Exzerpte sind unpraktisch im Hinblick auf Wiederverwendung oder genaue „Passung“ in den Textfluss. Bloß: Kurze Zettel entfalten keinen vollständigen Gedankengang oder bilden keine Argumentationskette. Daher „ergänzt“ man diese Zettel, aber nicht unbedingt, indem man den eigentlichen Zettel immer mehr erweitert, sondern einen Folgezettel anlegt. Das hat den Vorteil, dass ein Gedankengang „abzweigen“ kann (Folgezettel). Willst du dies mit Querverweisen realisieren, darf jeder Folgezettel nur einen Verweis auf den nächsten (inkl. Backlink) haben. Mit Folgezetteln kannst du diese „Themencluster“ einfach umsetzen, und trotzdem von den „Abzweigen“ Querverweise auf andere Zettel (oder Abzweigungen) vornehmen etc. Das Prinzip unterscheidet sich schon etwas, vorausgesetzt, man investiert die Mühe, es umzusetzen.

    1. Warum sollte ein Zettel bloß auf je einen verweisen? Ich kann mit Links je gerade die Notwendigkeit von Folgezetteln auflösen und stattdessen das eigentliche gewünschte, nämlich Einschübe, über ergänzende Zettel lösen.

      1. Es geht, glaube ich, weniger um Notwendigkeit. Sondern um ein „Oberthema“, das Abzweigungen hat. Mit Querverweisen geht das natürlich auch, aber man müsste dann jedem Querverweis einen Hinweis geben, ob er auf das „Hauptthema“ verweist, oder aber „abzweigt“. Das ist das, was Luhmann (siehe oben) unterscheidet, nämlich zwischen „innerer Verzweigungsfähigkeit“ (die ohne Querverweise auskommt) und „Verweisungsmöglichkeiten“.
        Zudem hat man – dank Technik – mit der Folgezettelregisterkarte gleich den Themencluster zusammengestellt und übersichtlich präsentiert.

      2. Okay, die Unterscheidung habe ich nicht mitgeführt. Danke für den Hinweis!

        Da ich mit dieser Unterscheidung zu arbeiten aus der Praxis — außer von meinen analogen Startversuchen damals — nicht kenne, kann ich mir nicht vorstellen, welchen Mehrwert man vermisst. Du sprichst von Themenclustern, die sich über Folgezettel bilden. Lässt sich das nicht mit Schlagworten lösen? Wo ist der Mengenunterschied in deiner konkreten Erfahrung bei Schlagwortfilter VS Folgezettel zu einem Thema?

      3. „Du sprichst von Themenclustern, die sich über Folgezettel bilden. Lässt sich das nicht mit Schlagworten lösen? Wo ist der Mengenunterschied in deiner konkreten Erfahrung bei Schlagwortfilter VS Folgezettel zu einem Thema?“

        Also, zumindest mit dem Zettelkasten kommt man über verschiedene Wege zu ähnlichen Ergebnissen. Wenn du einem Zettel und seinen Folgezetteln folgst, landest du ggf. bei einem Thema, das sich durch 2-4 Schlagwörter bezeichnen lässt. Ähnliches erreicht man über die „Cluster“-Funktion oder eben über das Filtern von Suchergebnissen.

        Ich selbst habe, aufgrund der zeitlichen Entwicklung, zu der die Folgezettelfunktion implementiert, auch viel später erst mit dem Anlegen von Folgezetteln angefangen. Somit arbeite ich auch noch viel mehr über Schlagwörter und erst jetzt zunehmend auch über Folgezettelfunktion.
        Auf jeden Fall hat die Folgezettelfunktionen einen Übersichtsvorteil. Ein Beispiel aus Luhmanns Arbeitsweise, zitiert aus seinem o.g. Text:

        „Man fragt sich zum Beispiel, warum einerseits die Museen leer und andererseits die Ausstellungen Monet, Picasso, Medici überlaufen sind; der Zettelkasten nimmt diese Frage an unter dem Gesichtspunkt der Präferenz für Befristetes. (…) Man kann versuchen, die Erfahrungen in Paris, Florenz, New York unter Allgemeinbegriffen wie Kunst oder Ausstellung oder Gedränge (interaktionistisch) oder Masse oder Freiheit oder Bildung zu generalisieren und sehen, ob der Zettelkasten reagiert. Ergiebiger ist es zumeist, nach Problemstellungen zu suchen, die Heterogenes zueinander in Beziehung setzen.“

        Man hat über Schlagwörter wie Befristetes und/oder Museen, Picasso usw. einen „Startpunkt“ im Zettelkasten. Nun kann man, ausgehend von diesen Zetteln, nur noch die Zettel suchen, die „Ausstellung“ oder „Masse“ enthalten und somit die Anzahl relevanter Zettel begrenzen (technisch: Suchergebnisse anhand bestimmter Schlagwörter weiter filtern). Hierbei stehen natürlich die Suchergebnisse alle lose nebeneinander (und nicht thematisch aufbauend/fortführend linear geordnet).

        Bei der Folgezettelfunktion hättest du, ausgehend vom „Startzettel“, jeweils Abzweigungen für „Ausstellung“ oder „Masse“ usw. und kannst ganz anders durch den Zettelkasten surfen, und auch schneller zwischen diesen „Argumentationslinien“ oder Themen wechseln (weil alle abgezweigten Pfade auf einer Registerkarte zu sehen sind) – und damit eben, wie Luhmann schreibt, „Heterogenes zueinander in Beziehung setzen“ (und zwar einfacher oder übersichtlicher).

        Hinzu kommt: Folgezettel können in einer Weise fortgeführt werden, die sich schlagworttechnisch vom Ausgangszettel löst. Dann hättest du einen Zettel ohne Schlagwort „Museen“, der aber in der Abzweigung irgendwann auftaucht als Folgezettel eines Urpsrungszettels, der wiederum das Schlagwort „Museen“ hatte. Ohne Folgezettel würde nur der manuelle Querverweis diese beiden Zettel miteinander in Beziehung setzen, nicht aber die Schlagwörter – und die Frage ist, ob man bei „themenfremden“ Zetteln den manuellen Verweis überhaupt bedenkt?

        Die Themencluster, die sich in Folgezetteln bilden, entwickeln sich ganz anders als automatische Verknüpfungen durch gemeinsame Schlagwörter oder manuelle Querverweise.
        So gesehen sind „Folgezettel“ ein ganz langer „Text“ (oder Zettel), der sich im Laufe der Zeit entwickelt, weiterentwickelt, „abgeändert wird“ (bzw. Abzweigungen erhält) usw.

      4. Ich finde die Vorstellung attraktiv, dass Folgezettel einen (oder mehr, je nach Abzweigung) fortgesetzten Text ergeben können. Dazu fällt mir nichts vergleichbares ein, außer fortzuführende Indizes als Listen von Zetteln, die einen Text ergeben könnten.

      5. Übrigens kann man bei dieser Arbeitsweise auch nachvollziehen, was Luhmann damit meinte, es sei aufwändiger, den Zettelkasten zu pflegen als Bücher zu schreiben.
        Jedes Exzerpt muss sinnvoll verschlagwortet werden. Das ist schon bei wachsendem „Schlagwort-Pool“ nicht ganz einfach. Dann müssen „Folgezettel“-Diskussionen gesucht und durchgearbeitet werden, um die Stelle zu finden, an welcher Stelle das Exzerpt als neuer Zettel einsortiert werden soll. Abschließend werden ggf. Zettel gesucht, zu denen manuelle Querverweise hergestellt werden sollen.

  5. Hallo Daniel,

    „so gibt es dennoch genug Gründe, die Entwicklung des Zettelkastens fortzuführen“ – unbedingt!

    Aus gegebenem Anlass hier eine kurze Antwort auf Deine Frage und ein kleines Zwischenfazit meiner bisherigen Zettelkastennutzung. – Ich befülle jetzt den ZK (in unterschiedlicher Intensität) seit gut 4 Jahren. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich auch die verfügbaren Alternativen angetestet, mich dann aber recht schnell für den ZK entschieden. Vergleiche anzustellen würde voraussetzen mehrere Softwarelösungen über einen längeren Zeitraum mit möglichst identen Zetteln zu befüllen und dann auch noch nach vergleichbaren Mustern zu bearbeiten. Insofern war die Entscheidung für dieses Programm, wie jede Entscheidung, mit Risiken verbunden.

    Die wesentliche Arbeit mit dem ZK ist für mich derzeit noch das Befüllen, inwieweit der ZK die erwartete Hilfe bei der Manuskripterstellung bietet muss die Zukunft zeigen. Erste Versuche zeigen aber, dass über den Schreibtisch und den Export der Schreibtischzettel eine brauchbare Rohfassung erstellt werden kann. Die eigentliche Schreibarbeit würde dann ohnehin in einem Schreibprogramm (LibreOffcie) erfolgen. Was aber nicht ausschließt, dass der ZK weiteres Material zu der Schreibarbeit liefert.

    In der bisherigen Arbeit mit dem ZK haben sich verschiedene Textsorten und Zetteltypen herausgebildet:

    a) literarische Skizzen
    b) Tagebucheinträge
    c) Soziologische, philosophische und sonstige Reflexionen ohne direkten Bezug zu Primärtexten, also schlicht „Einfälle“
    d) Zitate
    e) kommentierende Exzerpte
    f) Literaturzetttel

    (a)-(c) ist sicherlich selbsterklärend. Hier kommt es, insbesondere bei c), im Wesentlichen darauf an, die Texte über Schlagworte auffindbar und verknüpfbar zu machen.
    (d) Zu klassischen Zitaten, die man immer mal wieder in verschieden Kontexten brauchen kann, lege ich unkommentiert mit Quellenangabe einen Zettel an. Über die Verweismöglichkeiten kann man das Zitat entsprechend einbinden oder auch bei der Schreibtischarbeit darauf zugreifen.

    (e) Der klassische Zettel, so jedenfalls lese ich Luhmanns Ausführungen, ist das mehr oder weniger kommentierende Exzerpt zu einer Fundstelle. Also ein Text der immer eine Referenz auf einen anderen Text hat. Wobei der Referenztext Anlass sein kann zur freien Assoziation, zum kritischen Kommentar, zur Nacherzählung oder eben zum bloßen Zitat. Da kommentierende Exzerpte je nach Referenztext und deren Inspirationskraft recht lang werden können, kommt hier (bei mir) i.d.R. der Folgezettel zum Einsatz. Auf diese Weise kann man alle Zettel zu einem Referenzobjekt verknüpfen, hat also auf der einen Seite alles zu einem Referenztext, etwa Luhmanns „Soziale Systeme“, verfügbar und andererseits genügend Freiraum, Einzelthemen gesondert, d.h. in einem Zettel, in sich abgeschlossen zu bearbeiten.

    (f) Literaturzettel erzeuge ich dann, wenn ich BibTex Informationen in den ZK importiere. Hierzu erhält die Literaturangabe in Zotero eine Notiz (entweder einen Platzhalter oder – wenn verfügbar ein Abstract) und ein Tag „Literaturzettel“, so dass beim Import gleichzeitig ein Zettel für dieser Quelle erzeugt wird. Zettelinhalt bilden hier, wenn kein Abstract vorhanden ist, meist nur Stichworte und Verweise auf Fundstellen im Text, die dann über kommentierende Exzerpte oder Zitatzettel weiter ausgewertet werden (können).

    Zur „Umgebung“, die sich bei mir eher experimentell herausgebildet hat. – Ich nutze den ZK zusammen mit anderen Applikationen als ProtableApps auf verschiedenen Windowsrechnen. Auf einem USB-Stick habe ich sowohl die Apps (für den Notfall) und die ZK-Dateien. Auf dem jeweiligen Rechner sind die Apps (und die Backups die ich über „Synkron“ erstelle. Den ZK starte ich vom jeweiligen Rechner mit dem jPortableLancher. Das hat den Vorteil, dass der ZK immer die Zettelkastendatei findet, ohne dass ich Verzeichnisse umstellen muss. Vorausgesetzt ich nutze am Rechner immer denselben USB-Port. Der Nachteil ist, dass Programmaktualisierungen immer auf allen Rechnern nachvollzogen müssen. Dies ist aber unproblematisch, wenn man den Stick hinsichtlich der Programmaktualisierungen als das führende System betrachtet. Dann hat man ja immer das aktuellste Programm dabei.

    Viele Grüße
    HaGü

    1. Interessant zu erfahren, wie die Arbeitsweise von anderen Anwendern aussieht!
      Die Zetteltypen c) bis f) habe ich auch, denn öfter fehlt die Zeit, vernünftig zu exzerpieren. In solchen Fällen importiere ich auch nur Abstracts und bearbeite/reformuliere die Zettel dann später noch (oder auch nicht, hehe).

  6. Hallo,

    macht es eigentlich beim Zettelkasten nach Luhmann nur Sinn, Einträge zu verfassen, die etwas neues darstellen, etwas, dass vom allgemeinen/aktuellen Wissensstand eines Fachgebietes abweicht???
    Oder wäre es auch sinnvoll, Notizen von nur für mich persönlich neuem einzuarbeiten. Also etwa, wenn ich ein Fachbuch lese (das Wissen is dann ja meistens schon zehn, 20 Jahre alt und wenn es allgemein gehalten ist, ist es etwas, das jeder auf dem Gebiet schon weiß)
    Das ist das, was ich noch nicht ganz an dem Prinzip verstehe.

    1. Wenn der Zettelkasten nur neues enthalten würde, gäbe es nichts, womit man die eigenen Ideen verknüpfen könnte. Gerade die Arbeit mit Texten, das Exzerpieren und selektiv Notizenmachen bringen den großen Mehrwert. So kann ich nach einigen Jahren Modelle von Kant mit modernen Überlegungen zur Komplexitätstheorie verknüpfen.

      Für mich gilt der Imperativ: was nicht im Zettelkasten ist, kann ich nicht verwerten. Darum nehme ich alles auf, was verwertbar sein soll.

  7. Hallo zusammen,

    ich bin auf der Suche nach einem „Wissensmanagement-Tool“ auf dem Zettelkasten gestoßen.
    Ich verwende den ZKN auf Arbeit, um Themen, Lösungen und Antworten zu sammeln und wiederzufinden.
    Gerspräche mit Personen die ich geführt habe (welcher Abteilung gehört die Person an? Und wer ist noch in dieser Abteilung? etc)

    Ich bin soweit sehr zufrieden mit dem Tool – vielen Dank hierfür ersteinmal an Daniel!
    Was ich immer noch nicht verstehe – das Eingabefeld für Zettel!
    Wieso kein RTF-Feld mit WYSIWYG!? (ala ScribblePapers)

    Grüße Jürgen

  8. Interessante Diskussion! Aber schade, dass dieses Thema nicht in der Yahoo-Group geführt wird.
    Könnten wir nicht dort „weiterreden“?
    Thomas

  9. Hi Daniel, auf diesem Weg vielen Dank für den Zettelkasten! Für mich ist er zunächst mal ein drastisches Vereinfachungstool gewesen; ich habe viele Notizen auf meinem Rechner in den Zettelkasten übertragen und die vorherigen Dateien (und komplexen Verzeichnisse) dann gelöscht. Ich greife auf die zettelkasten-Datei von zuhause, von der Arbeit aus und von unterwegs zu, da ich sie in der Dropbox habe.

    – Womit ich noch Schwierigkeiten habe ist die richtigen Schlagwörter zu finden. Lege ich beispielsweise ein Schlagwort „Geschichte Großbritanniens, 19. Jahrhundert“ an oder mache ich an den Zettel einfach die beiden Schlagwörter „Großbritannien“ und „Geschichte: 19. Jahrhundert“…
    – Was ich noch nicht verstehe ist der Unterschied zwischen Bibtex-Andockung und Bibtex-Import. Im Moment importiere ich einfach alle Einträge, die ich jeweils brauche, da ich das andocken nicht raffe.
    – Die Suchfunktionen finde ich unübersichtlich.

    1. Hallo Joe,

      für die Schlagwörter gibt es keine generelle Richtlinie, da muss jeder entsprechend seiner Vorlieben/Arbeitsweise die passende Methode finden. Ich persönlich würde die Schlagwörter aufteilen, also „Geschichte 19. Jhdt“ und „Großbritannien“ oder ähnlich (z.B. „Geschichte Großbritannien“, „Geschicht 19. Jhdt“).

      Das „Andocken“ heißt, dass BibTex-Daten erstmal in die interne BibTex-Datenbank eingelesen werden (siehe http://zettelkasten.danielluedecke.de/wiki/doku.php?id=workshops:literaturverwaltung:bibtex-schnittstelle#bibtex-datei_andocken und http://zettelkasten.danielluedecke.de/wiki/doku.php?id=workshops:literaturverwaltung:bibtex-schnittstelle#interne_bibtex-datenbank). Damit sind die Daten (Literaturangaben) aber noch nicht in die Zettelkastendatenbank (also sichtbar in der Registerkarte Literatur) importiert. Das passiert erst mit dem Importbefehl (http://zettelkasten.danielluedecke.de/wiki/doku.php?id=workshops:literaturverwaltung:bibtex-schnittstelle#importieren_von_literaturangaben_aus_einer_bibtex-datei).

      Welche Suchfunktion meinst du? Die über „Strg+F“?

      1. Danke für die Antwort.
        Bisher importiere ich einfach immer die einzelnen Literaturangaben aus der Bibtex-Datei über den importieren-Befehl. Mir ist unklar, was das andocken darüber hinaus brächte.

        Danke für den Hinweis mit strg+f, denn bisher hab ich immer relativ umständlich über das schlagwort-Menü nach Sachen gesucht…

      2. Ich habe früher selbst mal mit hierarchischen Schlagworten gearbeitet, zum Beispiel projekt:xyz:plan oder für diesen Fall: geschichte:19-jahrhundert. Das hat sich nicht bewährt, weil ich dann ebenso wie bei Verzeichnisstrukturen die Reihenfolge kennen müsste.

        Stattdessen verlasse ich mich jetzt auf die mysteriöse Macht der Mengenlehre: die Schlagworte geschichte, 19-jahrhundert und großbritannien sind ebenso genau. Außerdem muss ich nicht großbritannien und geschichte:großbritannien zugleich vergeben, wenn ich etwas zum Land und zu seiner Geschichte festhalten will. Atomare Schlagworte sind hier flexibler.

  10. Hallo Daniel! Ich wollte nur einmal ein kurzes aber dafür umso größeres Lob zum Zettelkasten loswerden! Ich arbeiten momentan an einer Publikation zur RAF, dementsprechend mit Unmengen von Primär und Sekundärquellen und bin komplett begeistert, dass ich meine Zettel nicht nur wieder finde, sondern auch in gänzlich anderen Zusammenhängen entdecke! Meine Arbeit also erleichtert und erweitert wird.

    Da ich Autor und Grafik Designer bin, versuche ich mich auch grad an einem Import der Zettel direkt ins Adobe Indesign, per GREP. Damit würden sich dann die Bücher (nach Luhmann) tatsächlich selber schreiben und gestalten. Ich halte dich was das angeht auf dem Laufenden, vielleicht können Andere irgendwann davon profitieren.

    Jarek

  11. Was mir an Ihrer SW fehlt:

    Zuvor: Ich bin Analytiker und Software-Architekt mit >30 Jahren Erfahrung.

    1) Ich habe nicht gefunden, wo ich mein Daten-Verzeichnis auf MEIN Verzeichnis verlegen kann. Das unter C:\User etc abzulegen, ist eine der perversesten „Ideen“ von MS. Einfach nur pervers. Zumal bei mir alles in einer VM läuft und die sind nun mal nicht sicher vor Abstürzen.

    2) Keine Srruktur möglich (aber ICH DENKE sowohl kreativ als auch strukturiert). Stichworte sind schön, Sturktur is zwingend. Das macht ScribblePapers viel besser.

    3) Kein Massen-Import aus RTF möglich. Meine Notizen liegen bisher erst mal als RTF vor.

    4) Irgend ein exostisches Datei-Format, an das ich im Falle eines crashs nicht einfach rankommen. Das ist ein KO-Kriterium.

    Ansonsten: Nett gemacht. Gut scheinen die doversen Anlagen.

    1. Hallo Frank,
      vielen Dank für das Feedback.

      Zu 1) hat Achim bereits geantwortet.

      Zu 2) Struktur im Sinne von Kategorien wie bei Scribble Papers ist nicht zwingend notwendig. Ich verfolge mit meinem Programm ein anderes Prinzip, siehe dazu auch mein Vortrag hier: https://strengejacke.wordpress.com/2015/10/07/introduction-to-luhmanns-zettelkasten-thinking-and-its-technical-implementation/

      Zu 3) Das soll noch folgen, genauso wie Txt-Import. Allerdings arbeite ich grade an einer neuen Editor-Komponente und Markdown-Unterstützung (Parser). Meine Ressourcen für den Zettelkasten sind die letzten Monate leider begrenzt gewesen.

      zu 4) Einfach eine gezippte XML-Datei, an die Daten sollte man eigentlich leicht herankommen.

  12. 1) In „Einstellungen“ gibt es einen Reiter Verzeichnisse.

    2) Es sind Verweise von einem Zettel auf den anderen möglich und Folgezettel.

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