Geschlossene, umweltoffene Systeme

Vor einiger Zeit hatte ich über die Tagung X-Organisationen berichtet. Jetzt gibt es bei YouTube zu dieser Tagung und aus ihrem Vorfeld erste Videos mit Kurzinterviews. Eines von Dirk Baecker zur Frage, wie geschlossene Systeme umweltoffen operieren können, möchte ich hier vorstellen:

Beiträge zu den Vorträgen finden sich auch in der Revue für Postheroisches Management, unter anderem auch ein interessanter Beitrag von Baecker zu den Epochen der Organisation.

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Strukturelle Kopplung

So, habe ein paar Tage Urlaub hinter mir und nun wird es wieder Zeit für einen neuen Eintrag. Diesmal möchte ich was zur strukturellen Kopplung schreiben. Hintergrund ist die Frage, wie sich das Schnittstellenmanagement, also die Koordination und Kommunikation von Organisationen, theoretisch beschreiben und analysieren lässt. Da Organisationen (wenn man sich auf die Systemtheorie Luhmanns bezieht) soziale Systeme sind, die sich innerhalb von Funktionssystemen und Gesellschaft ausdifferenzieren, hat man es hier mit dem Fall der Subsystemdifferenzierung zu tun. Es geht, um es mit den Worten Dirk Baeckers zu formulieren, um das „Problem der operationalen Geschlossenheiten in operationalen Geschlossenheiten“.1

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Nutzer(orientierung) als symbiotischer Mechanismus

Ich bin immer noch dabei, den Nutzerbegriff und den Begriff der Nutzerorientierung näher zu bestimmen, und zwar abseits einer „Aufzähllogik“. Das heißt, ich versuche beispielsweise Nutzerorientierung nicht in der Art zu untersuchen, indem ich eine Anzahl von Kriterien (standardisiert) abfrage, die mir dann einen Punktewert auf einer Skala von wenig bis viel Nutzerorientierung liefern, sondern eher in Richtung „Einbettung des Nutzer(orientierungs)begriffs in systemtheoretisch passende Theoriestücke“. Ein Versuch war meine Ausführung zum Thema Die Form Person.

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Nachhaltigkeit als Steuerungsinstrument

Ich möchte an dieser Stelle an die Ausführungen des letzten Beitrags anschließen. Die Frage war, welche Probleme die Gesellschaft produziert, für die Nachhaltigkeit dann als Lösung angesehen werden kann.

Ein Problem, das die moderne Gesellschaft unweigerlich produziert, wäre ihre Risikoaffinität. Aufgrund funktionaler Differenzierung und operativer Geschlossenheit der gesellschaftlichen Teilsysteme (Politik, Wirtschaft, Religion…) gibt es keine zentrale Instanz mehr, die die Gesellschaft steuert. Dies wiederum hat auch Auswirkungen auf die Individuen, deren Zugang zu gesellschaftlichen Funktionssystemen nicht automatisch, sondern selbstorganisiert geschehen muss.

[Das Individuum] ist in zunehmenden Maße gezwungen, mit pluralen Inklusionsverhältnissen und mannigfaltigen Anschlussrisiken umzugehen.(Wetzel 2005: 196)

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Hyperautonome Kommunikation und WWW

Was genau könnte die besondere Eigenheit des World Wide Webs sein im Vergleich zu anderen Kommunikationen, sofern es eine gibt? Die Dokumente (Internetseiten, PDF-Dateien etc.) unterscheiden sich für Kommunikation erstmal nicht von anderen „Dokumenten“ wie Büchern, Zeitschriften, Fernsehen etc. Somit kann hier noch nicht von einer besonderen Typik Kommunikation ausgegangen werden. Der spezielle Unterschied des WWW liegt – so die These von Peter Fuchs – in der Operativität: den Hyperlinks.

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Künstliche Intelligenz

Das Thema Computer und Gesellschaft scheint mir recht spannend. Eine damit fast zwangsläufig verknüpfte Frage ist die nach der „Bedrohung“ durch Computer, inwiefern sie also menschliches Bewusstsein erlangen oder gar überbieten können. Während Kybernetiker offenbar bereits Mitte des 20. Jahrhunderts davon ausgingen, dass mit Hilfe von Computern ohne weiteres das menschliche Bewusstsein abzubilden sei, versuchten andere Wissenschafter die Stellung des Subjekts zu stärken und somit den Computer als Konkurrenz zum Menschen zu entkräften.

Doch kann das menschliche Bewusstsein überhaupt gegen den Computer gewinnen? Und: Muss es das überhaupt?

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Kuck mal, wer da kommuniziert

Im Bereich der soziologischen Systemtheorie sind zwei Systeme von besonderer Relevanz: soziale und psychische Systeme. Oft wird in diesem Zusammenhang auch von Kommunikation und Bewusstsein gesprochen. Soziale Systeme sind nach Luhmann Kommunikationssysteme, da ihre grundlegende Operation eben Kommunikation ist, und sie sich im autopoietischen Vollzug durch Kommunikation reproduzieren. Und: soziale Systeme „bestehen“ auch aus nichts anderem als Kommunikation, das heißt, sie sind nichts Lebendiges, haben keine Körper, haben kein Gehirn, sind keine Handlung. Und wo bleibt da der Mensch?

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Jenseits des Kanals

Bekanntermaßen habe ich ja einen Bildungsauftrag, und diesen möchte ich heute mit einem Beitrag zum Thema „Autopoiesis“ fortsetzen.

Autopoiesis bezeichnet den Vorgang der Selbst(re-)produktion eines Systems, das alle elementaren Einheiten, aus denen es besteht, durch ein Netzwerk eben dieser Elemente reproduziert und sich dadurch von seiner Umwelt abgrenzt. Systeme sind nach dieser Auffassung nicht offen, haben also keinen Zugriff auf ihre Umwelt, sondern sind vielmehr operativ geschlossen. Das heißt, es gibt keine Grenzüberschreitung, kein direktes Einwirken der Umwelt in das System. Wenn die Umwelt aber außen vor bleibt, wie kann ein System dann überhaupt wahrnehmen, unterscheiden, lernen?

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