Soziale Ordnung und Individualität

Individualität unterliegt dem Einzigartigkeitsparadox, es ist also nicht möglich, sich individuell, also einzigartig zu verhalten, ohne auf allgemein vorgelieferte, verständliche Symbole zurückzugreifen. Die Zumutung der modernen Gesellschaft liegt jedoch darin, sich individuell zu verhalten, vielleicht könnte man hier auch sagen: seine eigene Biografie zu konstruieren. Wenn es keine individuellen Instrumente gibt, seine Individualität zu beschreiben, bleiben nur noch Erzählungen, um Individualität zu markieren, oder eben der Kontingenzrahmen, mit dem eine Person ausgestattet wird, wenn die Zumutung zu abweichendem, individuellen Verhalten in die Zukunft projiziert wird. Wie aber lässt sich unter den modernen Bedingungen der Individualität, also milliardenfachem „Einzelverhalten“, soziale Ordnung erklären?

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Individualität in der Moderne

Das Bewusstsein hat die Funktion, Wahrnehmung zu externalisieren. Es greift also die über das Nervensystem vermittelten quantitativen Informationen auf und wandelt sie in „lesbare“ Zeichen um (Bewusstsein als Text, könnte man mit Derrida sagen). Diese Zeichen wiederum sind sozial angeliefert, also durch konditionierte Koproduktion (oder Koevolution) mit Kommunikation entstanden. Nur deshalb ist in kulturell ähnlichen Regionen ein Tisch ein Tisch, ein Stuhl ein Stuhl etc. Aber was hat das mit Individualität zu tun?

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Hyperautonome Kommunikation und WWW

Was genau könnte die besondere Eigenheit des World Wide Webs sein im Vergleich zu anderen Kommunikationen, sofern es eine gibt? Die Dokumente (Internetseiten, PDF-Dateien etc.) unterscheiden sich für Kommunikation erstmal nicht von anderen „Dokumenten“ wie Büchern, Zeitschriften, Fernsehen etc. Somit kann hier noch nicht von einer besonderen Typik Kommunikation ausgegangen werden. Der spezielle Unterschied des WWW liegt – so die These von Peter Fuchs – in der Operativität: den Hyperlinks.

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Künstliche Intelligenz

Das Thema Computer und Gesellschaft scheint mir recht spannend. Eine damit fast zwangsläufig verknüpfte Frage ist die nach der „Bedrohung“ durch Computer, inwiefern sie also menschliches Bewusstsein erlangen oder gar überbieten können. Während Kybernetiker offenbar bereits Mitte des 20. Jahrhunderts davon ausgingen, dass mit Hilfe von Computern ohne weiteres das menschliche Bewusstsein abzubilden sei, versuchten andere Wissenschafter die Stellung des Subjekts zu stärken und somit den Computer als Konkurrenz zum Menschen zu entkräften.

Doch kann das menschliche Bewusstsein überhaupt gegen den Computer gewinnen? Und: Muss es das überhaupt?

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Kuck mal, wer da kommuniziert

Im Bereich der soziologischen Systemtheorie sind zwei Systeme von besonderer Relevanz: soziale und psychische Systeme. Oft wird in diesem Zusammenhang auch von Kommunikation und Bewusstsein gesprochen. Soziale Systeme sind nach Luhmann Kommunikationssysteme, da ihre grundlegende Operation eben Kommunikation ist, und sie sich im autopoietischen Vollzug durch Kommunikation reproduzieren. Und: soziale Systeme „bestehen“ auch aus nichts anderem als Kommunikation, das heißt, sie sind nichts Lebendiges, haben keine Körper, haben kein Gehirn, sind keine Handlung. Und wo bleibt da der Mensch?

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