Kulturformen im Web 2.0

Kommunikativer Überfluss?, fragt Steffen Büffel, und passend dazu lese ich heute morgen im Zug in der Revue für Postheroisches Management (Ausgabe 1) einen Beitrag von Dirk Baecker zum Thema Epochen der Organisation. Passend insofern, weil Baecker hier die von Luhmann skizzierten Epochen der Gesellschaft nachzeichnet, die sich anhand der Einführung bestimmter Verbreitungsmedien (Schrift, Buchdruck, Computer) unterscheiden lassen, und auf diese „Katastophen“, diesen Sinnüberschuss, mit der Entwicklung bestimmter Kulturformen reagieren, um den Sinnüberschuss durch die Verbreitungsmedien zu selegieren, also nur selektiv aufzunehmen und somit „verarbeitbar“ zu machen.

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Moderne Lyrik

Gestern war ich wieder am ISS bei einem Vortrag von Peter Fuchs zum Thema „Moderne Lyrik“. In diesem Beitrag möchte ich versuchen, den Vortrag kurz zusammenzufassen. Zentrale Fragen waren, wie (und meinetwegen auch: wann) es zur Entstehung moderner Lyrik kam und was diese auszeichnet.

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Ökologische Kommunikation und Klimawandel

Aus aktuellem Anlass hab ich mir jetzt endlich mal vorgenommen, das Buch ökologische Kommunikation von Luhmann zu lesen. Das Buch ist zwar schon über 20 Jahre alt, aber erstaunlicherweise immer noch hochaktuell und noch lange nicht überholt. Zudem ist es ein sehr gutes Buch, um Systemtheorie zu verstehen, aber auch insgesamt besser zu begreifen, mit welcher Heuristik die Systemtheorie arbeitet.

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Soziale Ordnung und Individualität

Individualität unterliegt dem Einzigartigkeitsparadox, es ist also nicht möglich, sich individuell, also einzigartig zu verhalten, ohne auf allgemein vorgelieferte, verständliche Symbole zurückzugreifen. Die Zumutung der modernen Gesellschaft liegt jedoch darin, sich individuell zu verhalten, vielleicht könnte man hier auch sagen: seine eigene Biografie zu konstruieren. Wenn es keine individuellen Instrumente gibt, seine Individualität zu beschreiben, bleiben nur noch Erzählungen, um Individualität zu markieren, oder eben der Kontingenzrahmen, mit dem eine Person ausgestattet wird, wenn die Zumutung zu abweichendem, individuellen Verhalten in die Zukunft projiziert wird. Wie aber lässt sich unter den modernen Bedingungen der Individualität, also milliardenfachem „Einzelverhalten“, soziale Ordnung erklären?

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Hyperautonome Kommunikation und WWW

Was genau könnte die besondere Eigenheit des World Wide Webs sein im Vergleich zu anderen Kommunikationen, sofern es eine gibt? Die Dokumente (Internetseiten, PDF-Dateien etc.) unterscheiden sich für Kommunikation erstmal nicht von anderen „Dokumenten“ wie Büchern, Zeitschriften, Fernsehen etc. Somit kann hier noch nicht von einer besonderen Typik Kommunikation ausgegangen werden. Der spezielle Unterschied des WWW liegt – so die These von Peter Fuchs – in der Operativität: den Hyperlinks.

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Soziale Entfremdung

Ich greife mal einen Beitrag von Andreas auf. Hier verweist er auf einen Artikel, in dem die soziale Wirkung „virtueller Welten“ anhand aktueller Studienergebnisse beschrieben wird.

Ein Ergebnis lautet: Soziale Entfremdung findet durch Beschäftigung mit virtuellen Welten nicht statt, Geselligkeit und Gesellschaftsfähigkeit werden auch in virtuellen Umgebungen entwickelt.

Wenn man, mit Luhmann, davon ausgeht, dass die grundlegende Operation des Sozialen Kommunikation ist, kann dann überhaupt soziale Entfremdung stattfinden? Schließlich ist der Computer ja ein Verbreitungsmedium der Kommunikation.

Wo, wenn überhaupt, könnten dann Probleme liegen?

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Künstliche Intelligenz

Das Thema Computer und Gesellschaft scheint mir recht spannend. Eine damit fast zwangsläufig verknüpfte Frage ist die nach der „Bedrohung“ durch Computer, inwiefern sie also menschliches Bewusstsein erlangen oder gar überbieten können. Während Kybernetiker offenbar bereits Mitte des 20. Jahrhunderts davon ausgingen, dass mit Hilfe von Computern ohne weiteres das menschliche Bewusstsein abzubilden sei, versuchten andere Wissenschafter die Stellung des Subjekts zu stärken und somit den Computer als Konkurrenz zum Menschen zu entkräften.

Doch kann das menschliche Bewusstsein überhaupt gegen den Computer gewinnen? Und: Muss es das überhaupt?

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