Soziale Ordnung und Individualität

Individualität unterliegt dem Einzigartigkeitsparadox, es ist also nicht möglich, sich individuell, also einzigartig zu verhalten, ohne auf allgemein vorgelieferte, verständliche Symbole zurückzugreifen. Die Zumutung der modernen Gesellschaft liegt jedoch darin, sich individuell zu verhalten, vielleicht könnte man hier auch sagen: seine eigene Biografie zu konstruieren. Wenn es keine individuellen Instrumente gibt, seine Individualität zu beschreiben, bleiben nur noch Erzählungen, um Individualität zu markieren, oder eben der Kontingenzrahmen, mit dem eine Person ausgestattet wird, wenn die Zumutung zu abweichendem, individuellen Verhalten in die Zukunft projiziert wird. Wie aber lässt sich unter den modernen Bedingungen der Individualität, also milliardenfachem „Einzelverhalten“, soziale Ordnung erklären?

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Individualität in der Moderne

Das Bewusstsein hat die Funktion, Wahrnehmung zu externalisieren. Es greift also die über das Nervensystem vermittelten quantitativen Informationen auf und wandelt sie in „lesbare“ Zeichen um (Bewusstsein als Text, könnte man mit Derrida sagen). Diese Zeichen wiederum sind sozial angeliefert, also durch konditionierte Koproduktion (oder Koevolution) mit Kommunikation entstanden. Nur deshalb ist in kulturell ähnlichen Regionen ein Tisch ein Tisch, ein Stuhl ein Stuhl etc. Aber was hat das mit Individualität zu tun?

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